Andachtsreise im Advent

Wir laden in diesem Jahr erneut zu unserer Andachtsreise durch den Advent ein. Es erwartet Sie wieder eine bunte Mischung aus musikalischen Beiträgen, literarischen Texten und besinnlicher Gemeinschaft. Sicher wird es in diesem Jahr auch wieder möglich sein, mit Punsch und Plätzchen gemütlich beisammen zu sein.

Der Reiseplan ist folgender:

  • Sonntag, 28.11. 17 Uhr Schmiedebach
  • Freitag, 3.12. 18 Uhr St. Jakob
  • Sonntag, 5.12. 17 Uhr Leutenberg
  • Freitag, 10.12. 18 Uhr Schweinbach
  • Sonntag, 12.12. 17 Uhr Steinsdorf
  • Freitag, 17.12. 18 Uhr Lehesten
  • Sonntag, 19.12. 17 Uhr Herschdorf

Martinstag in Lehesten und Leutenberg

Schön war das!

In diesem Jahr durften wir endlich wieder den Martinstag gemeinsam begehen! Die Kinder zogen mit ihren Laternen durch die Orte und erfreuten uns mit ihren schönen Leuchten. Gemeinsam wurden dann wieder Martinslieder gesungen und die Geschichte vom Heiligen Martin gespielt und gehört. Mit leckeren Martinshörnchen im Bauch oder in der Tasche ging es dann fröhlich heim.

Vielen Dank an alle Helfer und Mitgestalter vor Ort für den tollen Tag!

Arthur und der Tag der Laternen – der Martinstag

Ein besonderer Tag ist auch immer der 11. November. Viele Kinder, aber auch Eltern sind mit Laternen unterwegs. Da wird es ganz schön hell in unserem Ameisenhaufen und man muss als kleine Ameise aufpassen, dass einen keiner aus Versehen zertritt. Schon von Weitem hört man viele Kinder lachen, erzählen oder auch Lieder singen und der Posaunenchor ist aktiv. Sie singen dann zum Beispiel „Laterne, Laterne“ oder „Sankt Martin“.

Apropos Sankt Martin. Vor ein paar Jahren habe ich mich gefragt, wer dieser Martin denn überhaupt ist, vom dem da gesungen wird. Also habe ich mich heimlich in die Kirche geschlichen und beim Gottesdienst zugehört und – geschaut.

Der Pfarrer hat alle noch einmal begrüßt. Mein Onkel Fritz sagt, dass er „noch einmal“ sagt, weil die Kinder und ihre Eltern sich nicht erst in der Stadtkirche treffen, sondern schon am Friedhof von Leutenberg an der katholischen Kapelle. Dort spielt der Posaunenchor schon ein Lied und dann wandern alle mit ihren Laternen los in Richtung Marktplatz. Dort wird dann noch einmal gesungen und dann erst geht es hinauf auf den Berg zur Kirche. Onkel Fritz muss es ja wissen, er hat das schließlich schon einmal genau beobachtet.

In der Kirche wird dann die Geschichte vom heiligen Martin nacherzählt oder auch von Kindern gespielt. Das ist in jedem Jahr anders. Die Geschichte jedenfalls ist schon sehr alt, nämlich über 1600 Jahre. Martin war ein Soldat in Frankreich. An einem kalten Winterabend war er mit seinem Pferd vor der Stadt unterwegs. Dort traf er auf einen armen Bettler, der sehr gefroren hat, weil es draußen bitterkalt war. Martin zögerte nicht lange und teilte mit dem Schwert seinen Mantel und gab die Hälfte an den Bettler ab. Dieser freute sich sehr. In der Nacht träumte Martin von Jesus, der ihm sagte, dass er der arme Mann war, den er mit dem Mantelteil vorm Erfrieren bewahrt hat. Die gute Tat sprach sich herum und die Menschen wollten, dass Martin nicht mehr Soldat ist, sondern Bischof wird. Er selbst wollte dies aber nicht unbedingt und versteckte sich im Gänsestall. Die Gänse aber schnatterten so laut und verrieten ihn damit. Also wurde Martin doch Bischof. Ja, jetzt wisst ihr es, warum der 11. November als Erinnerung an diesen Mann gefeiert wurde, nämlich weil er so nett und hilfsbereit war, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Nach der Geschichte wird meistens noch ein Gebet gesprochen und man hört vielleicht noch ein oder zwei Lieder. Am Schluss gibt es für alle Menschen noch ein Martinshörnchen. Die Idee ist, dass man sich das Hörnchen mit Jemanden teilt, so wie Martin den Mantel geteilt hat. Manchmal fallen ein paar Krümel auch auf den Boden. Die sind dann für mich und meine Familie. Die sind lecker, sage ich euch. Meine Geschwister und ich freuen uns schon das ganze Jahr darauf. Und unsere Eltern haben uns gelernt, dass auch wir Ameisen uns die leckeren Hörnchenkrümel untereinander teilen.

Auf dem Bild seht ihr mich mit meiner Laterne – natürlich in grün meiner Lieblingsfarbe und mit den typischen Symbolen des Martinstages. Wichtig ist, dass so eine Laterne ganz viel Licht bringt und die Welt ein kleines bisschen heller macht – so, wie auch die gegenseitige Hilfe und das Teilen die Menschen- und die Ameisenwelt schöner machen.

Ich schicke Euch helle Grüße in dieser herbstlichen Zeit.

Euer Arthur

Arthur Ameise

Martinsumzüge und Martinsandachten

In diesem Jahr wollen wir endlich wieder gemeinsam den Martinstag feiern, mit Laternen unterwegs sein, singen, Geschichten hören und Hörnchen teilen.

Lehesten, 11.11. um 17 Uhr: Der Umzug startet an der Grundschule, anschließend gehen wir in die Kirche.


Leutenberg, 11.11. um 17.30 Uhr: Der Umzug startet am Friedhof, dann singen wir auf dem Markt und gehen anschließend in die Kirche.

Friedensdekade

Herzliche Einladung zu den Andachten der Ökumenischen Friedensdekade in der Stadtkirche Leutenberg:

  • 8. November um 18 Uhr
  • 9. November um 18 Uhr
  • 10. November um 18 Uhr
  • 12. November um 18 Uhr
  • 15. November um 18 Uhr
  • 16. November um 18 Uhr
  • 17. November um 18 Uhr

Kreativwerkstatt für den Advent

An zwei Abenden im November laden die lutherische und die methodistische Gemeinde zu einer adventlichen Kreativwerkstatt ein. Dort können wir uns in verschiedenen kreativen Bereichen ausprobieren, kleine Geschenke herstellen, Ideen austauschen oder einfach quatschen.

Die gestalteten Dinge, sofern sie nicht selbst behalten werden, können dann zu den Adventsandachten auf einem kleinen Basar, für einen gute Zweck, verkauft werden.

Freitag, 5. November, ab 18 Uhr – kreative Vielfalt – Sie dürfen gespannt sein!

Freitag, 26. November, ab 18 Uhr – mit Adventskranzbinden! (bitte bringen Sie ihren eigenen Rohling mit, Tannengrün ist vorhanden)

Andacht zum Monatsspruch November

Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus.

2. Thessalonicher 3, 5

Es ist ein später Herbsttag und wir sind ein Stück heraus gefahren und gehen auf den Bergen rund um Schmiedebach, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, spazieren. Von weitem sehen wir alte schiefergedeckte Häuser, die Kirche, sanfte Landschaft, Dorfidylle. Alles leuchtet in der Herbstsonne, keine Wolke ist am Himmel.

Wir spazieren auf dem weitläufigen Gelände der „Laura“, dem ehemaligen Schieferbruch, dem ehemaligen Außenlager vom KZ Buchenwald. Nationalsozialisten haben diesen Ort der harten und ehrlichen Arbeit zu einem Ort der Qualen und Unmenschlichkeit werden lassen. Die Menschen, die das hier erleben mussten haben nie wieder Ruhe gefunden.

An manchen Tagen, wenn ich früher durch Jena gelaufen bin, habe ich auf dem Gehweg Stolpersteine entdeckt. Golden schimmernde Quadrate mit Namen, Geburtsdatum, Sterbedatum, Sterbeort. „Auschwitz“ steht auf manchen, auf anderen steht „deportiert, vermisst“. Erinnerungen an deportierte Juden und Jüdinnen der Stadt.

Stolpersteine

Am 9. November, dem Gedenktag der Reichspogromnacht, in der 1938 das jüdische Leben in Deutschland zerstört wurde, habe ich oft einige Rosen gekauft und legte sie an verschiedenen Stolpersteinen nieder. Ich wusste, lange werden sie hier nicht liegen, bald werden sie zerfleddert und weggetreten sein.

Wir haben alle oft genug die Bilder und Filme gesehen, wir wissen was in der Reichspogromnacht geschehen ist. Dass Synagogen angezündet wurden, ihre Scheiben und Altäre zerschlagen wurden. Dass das Heilige der Menschen mit Füßen getreten wurde, oder schlimmer. Züge fuhren gen Osten, darin eingepfercht, Männer, Frauen und Kinder.

Hier an diesem unscheinbaren Ort im Wald spüre ich es auf eine ganz andere Weise. Da ist kein Buchdeckel, den ich jederzeit wieder zuklappen kann, kein schwarzweißes Bild, das das Geschehene zu einer fernen Geschichte macht.

Es ist hautnah spürbar. Ich lege meine Hand auf die Schiefer der Gebäude. Das ist die Geschichte dieser Landschaft, dieses Ortes, denke ich. Hier ist es passiert. Hier haben die einen die anderen so verachtet, dass sie sie gequält, ihnen jegliche Würde und letztendlich ihr Leben genommen haben. Aus unseren Städten wurden sie getrieben, gezwungen, die Koffer zu packen, in dem Bewusstsein, was ihnen bevorstand, weil sie anders glaubten und lebten.

Zum Glück gibt es in den Städten und bei uns viele Leute, die sich um die Stolpersteine kümmern, Rosen niederlegen, die sich für die Gedenkstätten einsetzen und sie pflegen. Und es gibt andere, die die Stolpersteine nicht beachten, die Rosen zerfleddern, die Gedenksteine beschmieren, immer noch andere wegen ihres Glaubens und ihrer Lebensweise verachten, das Erinnern nicht wollen.

Es liegt an mir, zu welchen von ihnen ich gehören will.

Ihre Pfarrerin Sarah Zeppin