Andacht zur Die Jahreslosung für 2022

Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Johannes 6,37

Kennen Sie die Szene aus dem Krippenspiel, als Maria und Josef bei der Herberge anklopfen? Alles Bitten und Flehen Josefs und auch der Hinweis auf die fortgeschrittene Schwangerschaft der Maria nutzen nichts. Sie werden abgewiesen, „denn es war kein Platz in der Herberge“.

Wenn dann die Zeit gekommen ist, dass ein Kind auf die Welt kommen will, da ist es nicht wählerisch. Das Leben drängt sich nach vorn und ist nicht aufzuhalten. Jesus wurde in einem Stall geboren und eine Futterkrippe war seine Wiege.

Das war der Plan Gottes, der für alle Abgewiesenen und Ausgeschlossenen ein besonders großes Herz hat: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“, sagt er uns zu. Durch Jesus will Gott zeigen, dass bei ihm alle Menschen willkommen sind, insbesondere die Hungrigen und Durstigen. Sie sollen satt werden. Die Erschöpften und Ausgebrannten sollen neue Kraft bekommen. Die in Schuld verstrickt sind, können durch ihn einen Neuanfang haben.

Abgewiesen oder Aufgenommen werden kann entscheiden zwischen Leben und Tod. Zur Zeit erleben wir, dass Menschen an der Grenze Europas zum Spielball der Mächtigen werden und dort hungrig in der Kälte ausharren müssen. Sie kommen weder vorwärts noch zurück, sie finden keine Herberge…

Seit Menschengedenken scheint sich immer wieder die gleiche Geschichte zu wiederholen. Jesus, seit seiner Geburt selbst der Willkür der Mächtigen ausgeliefert, hat niemanden weggeschickt: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“. Jesus ist gekommen, den Kreislauf von Gewalt, Schuld und Ungerechtigkeit zu durchbrechen.

Mit Jesus drängt sich das Leben auf. Leben in Fülle – für alle. Das hat er mit seinen Worten verkündet und mit seinem Leben gezeigt. So durften Mütter mit ihren Kindern zu ihm, obwohl seine Jünger das verhindern wollten. Mit ausgestoßenen Menschen und Verbrechern sitzt er zu Tisch und berührt sie oft so sehr, dass sie ihr Leben ändern. Der Vater öffnet Haus und Herz für den Sohn, der verloren war.

Türen zu öffnen, Herberge zu sein, Menschen mit ihren Bedürfnissen wahrnehmen. Das ist göttlich, aber wir können es auch.

Glückliche Weihnachtstage und ein gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen und Ihren Familien, Ihre Pfarrerin Sarah Zeppin.

Halbzeit bei der Adventsreise

Wir kommen Weihnachten näher. Auf den bisherigen Stationen in Schmiedebach, St. Jakob, Leutenberg und Schweinbach haben wir Interessantes über die Engel der Weihnachtsgeschichte erfahren. Wir danken den vielen Helferinnen und Helfer und Musikerinnen und Musikern, die uns die Andachten versüßt haben.

Bitte beachten Sie 3G-Zugangsbeschränkung bei den Andachten und halten Sie Ihre Nachweise bereit!

Am Sontag geht es in Steinsdorf und nächstes Wochenende in Lehesten und Herschdorf weiter.

Andachtsreise im Advent

Wir laden in diesem Jahr erneut zu unserer Andachtsreise durch den Advent ein. Es erwartet Sie wieder eine bunte Mischung aus musikalischen Beiträgen, literarischen Texten und besinnlicher Gemeinschaft. Sicher wird es in diesem Jahr auch wieder möglich sein, mit Punsch und Plätzchen gemütlich beisammen zu sein.

Der Reiseplan ist folgender:

  • Sonntag, 28.11. 17 Uhr Schmiedebach
  • Freitag, 3.12. 18 Uhr St. Jakob
  • Sonntag, 5.12. 17 Uhr Leutenberg
  • Freitag, 10.12. 18 Uhr Schweinbach
  • Sonntag, 12.12. 17 Uhr Steinsdorf
  • Freitag, 17.12. 18 Uhr Lehesten
  • Sonntag, 19.12. 17 Uhr Herschdorf

Martinsumzüge und Martinsandachten

In diesem Jahr wollen wir endlich wieder gemeinsam den Martinstag feiern, mit Laternen unterwegs sein, singen, Geschichten hören und Hörnchen teilen.

Lehesten, 11.11. um 17 Uhr: Der Umzug startet an der Grundschule, anschließend gehen wir in die Kirche.


Leutenberg, 11.11. um 17.30 Uhr: Der Umzug startet am Friedhof, dann singen wir auf dem Markt und gehen anschließend in die Kirche.

Friedensdekade

Herzliche Einladung zu den Andachten der Ökumenischen Friedensdekade in der Stadtkirche Leutenberg:

  • 8. November um 18 Uhr
  • 9. November um 18 Uhr
  • 10. November um 18 Uhr
  • 12. November um 18 Uhr
  • 15. November um 18 Uhr
  • 16. November um 18 Uhr
  • 17. November um 18 Uhr

Andacht zum Monatsspruch November

Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus.

2. Thessalonicher 3, 5

Es ist ein später Herbsttag und wir sind ein Stück heraus gefahren und gehen auf den Bergen rund um Schmiedebach, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, spazieren. Von weitem sehen wir alte schiefergedeckte Häuser, die Kirche, sanfte Landschaft, Dorfidylle. Alles leuchtet in der Herbstsonne, keine Wolke ist am Himmel.

Wir spazieren auf dem weitläufigen Gelände der „Laura“, dem ehemaligen Schieferbruch, dem ehemaligen Außenlager vom KZ Buchenwald. Nationalsozialisten haben diesen Ort der harten und ehrlichen Arbeit zu einem Ort der Qualen und Unmenschlichkeit werden lassen. Die Menschen, die das hier erleben mussten haben nie wieder Ruhe gefunden.

An manchen Tagen, wenn ich früher durch Jena gelaufen bin, habe ich auf dem Gehweg Stolpersteine entdeckt. Golden schimmernde Quadrate mit Namen, Geburtsdatum, Sterbedatum, Sterbeort. „Auschwitz“ steht auf manchen, auf anderen steht „deportiert, vermisst“. Erinnerungen an deportierte Juden und Jüdinnen der Stadt.

Stolpersteine

Am 9. November, dem Gedenktag der Reichspogromnacht, in der 1938 das jüdische Leben in Deutschland zerstört wurde, habe ich oft einige Rosen gekauft und legte sie an verschiedenen Stolpersteinen nieder. Ich wusste, lange werden sie hier nicht liegen, bald werden sie zerfleddert und weggetreten sein.

Wir haben alle oft genug die Bilder und Filme gesehen, wir wissen was in der Reichspogromnacht geschehen ist. Dass Synagogen angezündet wurden, ihre Scheiben und Altäre zerschlagen wurden. Dass das Heilige der Menschen mit Füßen getreten wurde, oder schlimmer. Züge fuhren gen Osten, darin eingepfercht, Männer, Frauen und Kinder.

Hier an diesem unscheinbaren Ort im Wald spüre ich es auf eine ganz andere Weise. Da ist kein Buchdeckel, den ich jederzeit wieder zuklappen kann, kein schwarzweißes Bild, das das Geschehene zu einer fernen Geschichte macht.

Es ist hautnah spürbar. Ich lege meine Hand auf die Schiefer der Gebäude. Das ist die Geschichte dieser Landschaft, dieses Ortes, denke ich. Hier ist es passiert. Hier haben die einen die anderen so verachtet, dass sie sie gequält, ihnen jegliche Würde und letztendlich ihr Leben genommen haben. Aus unseren Städten wurden sie getrieben, gezwungen, die Koffer zu packen, in dem Bewusstsein, was ihnen bevorstand, weil sie anders glaubten und lebten.

Zum Glück gibt es in den Städten und bei uns viele Leute, die sich um die Stolpersteine kümmern, Rosen niederlegen, die sich für die Gedenkstätten einsetzen und sie pflegen. Und es gibt andere, die die Stolpersteine nicht beachten, die Rosen zerfleddern, die Gedenksteine beschmieren, immer noch andere wegen ihres Glaubens und ihrer Lebensweise verachten, das Erinnern nicht wollen.

Es liegt an mir, zu welchen von ihnen ich gehören will.

Ihre Pfarrerin Sarah Zeppin

Die Schule beginnt

Das neue Schuljahr beginnt und hält viel Neues und Aufregendes bereit.Wir wünschen allen Kindern und Eltern einen guten Start und Gottes Segen für alles, was vor Euch und Ihnen liegt!

Einen besonderen Gottesdienst mit persönlichem Segen wird es natürlich auch geben:

  • in Leutenberg Samstag, 18.9. 17 Uhr Familienandacht und
  • in Lehesten Sonntag, 3.10. 14 Uhr in Verbindung mit dem Erntedankfest.