Wir wollen endgültig den Staub und den Coronaschlaf der letzten Monate abschütteln. Und wie könnte das besser gehen, als mit schöner Sommermusik?
Wir laden Sie ein zu unserer sommerlichen Andachtsreihe, die in verschiedenen Kirchen unseres Kirchspiels stattfinden wird. Dabei hören sie vor allem sommerliche Orgelmusik, aber auch andere musikalische Begleitung von verschiedenen Kirchenmusikern aus der Region, sowie kleine geistliche Lesungen.
Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!
Sprüche 31, 8
Liebe Schwestern und Brüder,
nach einem ziemlich kalten Winter ist der Frühling endlich da. Ich bin in diesem Jahr besonders beeindruckt, wie scheinbar tote Zweige innerhalb weniger Tage erblühen und sich Gärten und Landschaften in kleine Paradiese verwandeln. Mutter Erde ist völlig unbeeindruckt von der Pandemie und zuverlässig beginnt sie wieder für uns zu sorgen, so wie es unsere Mütter mit uns getan haben. Gott sei Dank dafür!
Unseren Müttern ist in jedem Jahr der zweite Sonntag im Mai als Muttertag gewidmet. Das ist zwar kein kirchlicher Festtag, aber eine gute Gelegenheit, die Mütter in der Gemeinde einmal ausgiebig zu ehren und ihnen für ihre oft unsichtbare Liebe und Mühe zu danken. Wir feiern deshalb in diesem Jahr am 9. Mai einen besonderen Muttertags-Gottesdienst.
Von einer Mutter stammt auch der Monatsspruch für den Monat Mai. Im Buch der Sprüche sind einige Lebensweisheiten überliefert, die die Mutter eines nicht näher bekannten Königs Lemuel aus grauer Vorzeit ihren Sohn lehrte. Sie riet ihm für die zu sprechen, die keine Stimme haben, und denen Recht zu schaffen, die keinen Beistand haben. Wohl dem Land, dessen Politiker nach solchen Grundsätzen regieren!
Wir sind keine Könige, aber Stumme und Schwache haben wir auch in unserer Reichweite. Wie begegnen wir ihnen?
Wer Jesus nachfolgen will, ist aufgerufen, Fürsprecher dieser Menschen zu sein. Und noch mehr: wie Jesus den Stummen die Sprache zurückgab und den Schwachen den Weg zu innerer Stärke wies, so sandte er seine Gemeinde, es ihm gleichzutun. Gemeinde und Familie sind darum ein guter Ort, um sprachfähig und stark zu werden. Hier soll es möglich sein zu sagen, wie es wirklich in uns und unter uns aussieht. Hier soll innere Stärke aus dem Bewusstsein wachsen, dass wir Gottes geliebte Söhne und Töchter sind. Wo das möglich ist, da fängt das Leben an zu blühen, da wird ein Stück vom Paradies spürbar. Da wird trotz aller Einschränkungen Frühling.
Einen wundervollen Mai wünscht Ihre Pfarrerin Sarah Zeppin
In der Passionszeit laden wir zusammen mit der Evangelisch-methodistischen Gemeinde jeweils donnerstags 18 Uhr zu Kreuzwegandachten in die Stadtkirche Leutenberg ein.
Ein verrücktes Jahr liegt hinter uns, seitdem die Corona-Pandemie über uns hereinbrach.
Und viel mehr als zu jedem Jahresbeginn, liegt die persönliche und gesellschaftliche Zukunft im Ungewissen, denn das Leben läuft eben derzeit so gar nicht in vertrauten Bahnen. Werden wir zur Normalität zurückfinden? Und wie wird die Normalität aussehen?
Die Corona-Pandemie hat viele vermeintliche Gewissheiten erschüttert. Nie hätten wir gedacht, dass Kinder einmal Masken in der Schule tragen oder Gottesdienste nicht stattfinden können. Sie hat gezeigt, wie verletzlich unser Leben ist und immer sein wird. So schauen viele von uns auch mit bangem Blick in das neue Jahr.
In diese Situation spricht die biblische Jahreslosung für das Jahr 2021 für mich besonders. Sie stammt aus der „Feldrede“ bei Lukas. Jesus spricht auf einem Feld zu einer großen Menschenschar. „Und alles Volk suchte ihn anzurühren, denn es ging Kraft von ihm aus und heilte sie alle.“ Neues und Veränderung geschieht hier durch die Kraft, die Jesus verströmt. Wo Menschen Gott begegnen und vertrauen, da erfahren sie eine solche heilsame Kraft Gottes.
Diese Kraft wird dann näher beschrieben -es ist die Kraft der Liebe: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ Die Kraft der Barmherzigkeit – sie kann das Leben verändern. Und das brauchen wir in diesen Zeiten. Wie werden wir auf diese Pandemie in ein paar Jahren zurückblicken? Ich denke wir werden uns einander viel verzeihen müssen, denn, wir werden viele Fehler gemacht haben. Keiner kennt einen klaren Lösungsweg, es gibt viele Meinungen, die lautstark vertreten werden. Und was besonders auffällt, es herrscht gerade überall eine gereizte Stimmung. Jeder ist genervt von den Einschränkungen, einige sind schwer belastet durch wirtschaftliche und finanzielle Verluste, durch Einsamkeit und Krankheit.
Das kann ich vollkommen verstehen, das geht mir auch oft so. Nicht akzeptieren kann ich aber, wenn Medien, die als „soziale Medien“ doch dem Miteinander dienen sollen, zu Tummelplätzen für Hassreden, Rechthaberei und Verschwörungen werden. Menschen werden beleidigt, herabgewürdigt, die Gewalt nimmt zu. Das alles wird keine Verbesserung in Krisen bewirken. Und ganz wichtig: Wir dürfen uns an diesen Ton nicht gewöhnen!
„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ ist kein moralischer Appell, den Jesus an seine Gemeinde richtet. Er erinnert uns vielmehr daran, dass wir alle immer wieder Barmherzigkeit und Gnade erfahren haben. Aus dieser Gewissheit leben wir, weil Gott die Liebe ist. Das schenkt immer wieder Kraft. Und eben deshalb, weil wir Barmherzigkeit zuallererst selbst erfahren haben und Gott „Vater“ nennen dürfen, deshalb können wir auch von dieser Kraft weitergeben.
Bei all den Herausforderungen, vor die wir im Jahr 2021 gestellt sind, brauchen wir Kräfte, die heilen und stärken. Natürlich hoffen wir auf Verbesserungen und Lockerungen durch die Verteilung des Impfstoffs. Aber wir brauchen auch Heilung und Vergebung in unserem Miteinander. Darf man das sagen: Barmherzigkeit – das ist ein Impfstoff für die Seele? Ich hoffe jedenfalls darauf – auch dass wir uns immer wieder selbst anstoßen können barmherzig zu sein.
12 Monate, 365 Tage um hässlichen Worten zu widersprechen und unser Miteinander durch Anteilnahme, Fürsorge und Zärtlichkeit zu prägen. Lassen sie uns 2021 zum Jahr der Barmherzigkeit machen.
„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“
Paul Klee
Paul Klee, „vergesslicher Engel“, 1939 (Quelle: Gemäldescan Christian Mantey, https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9c/Paul_Klee_~vergesslicher_Engel~1939.jpg/611px-Paul_Klee~vergesslicher_Engel~_1939.jpg)
Liebe Gemeinde in dieser Weihnachtszeit!
Ein zarter Engel, wie mit einem Stift hingehaucht. Er hat die Hände im Schoß, die Flügel sind erhoben, die Augen niedergeschlagen. „Vergesslicher Engel“ heißt diese Zeichnung des Künstlers Paul Klee.
Ich weiß nicht, warum der Engel „vergesslich“ genannt wird und was er vergessen haben könnte, aber es macht mich nachdenklich, dass so etwas geben soll – einen „vergesslichen“ Engel. Aber immerhin hat Jeder und Jede eine Vorstellung von Engeln, warum also nicht auch von einem „vergesslichen“ Engel.
Paul Klee, der Sohn eines Deutschen und einer Schweizerin, liebte Engel. Für ihn waren sie „geflügelte Mischwesen“ zwischen Himmel und Erde, die zugleich die Nähe und die Ferne des Himmels anzeigen.
Was wir auf Erden von Gott sehen können, sind oftmals Engel. Es geht dabei nicht um ihr Aussehen, um Kleidung oder um Flügel – es geht um ihren Dienst in meinem Leben. Sie empfinden die Schwere des Lebens mit und vermitteln mir Trost. Engel können Vertraute sein aus der Familie, der Nachbarschaft, den Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz, es können aber ebenso vollkommen Fremde sein.
Engel wissen oft nicht, dass sie Engel sind. Sie werden es in dem Moment, in dem sie empfinden: Jemand braucht mich. Sie denken dann nicht lange oder gar nicht nach, sondern sind einfach zur Stelle. Oft erwarten sie keinen Dank oder sind schon weg, bevor ich danken kann.
Oder ich weiß, dass ich jetzt Engel sein kann und zu sein habe. Nicht, weil ich lange überlegen muss und es dann beschließe, sondern weil ich in einem bestimmten Augenblick nicht anders kann. Ich werde zum Engel; und ich staune hinterher manchmal, wie das alles kam und wozu ich plötzlich fähig war.
Oder, leider – was auch sein kann – ich verpasse den einen Moment, in dem ich zum Engel werden könnte; ich vergesse ihn und gräme mich, wie der Engel des Paul Klee auf dem Bild. Dann aber schärfe ich meinen Blick für das nächste Mal und hoffe, dann in den Dienst Gottes treten zu können. Den Dienst, den ich mir auch erhoffe in den Stunden der Trübsal. Engel sind Gesichter der Liebe. Also auch deins und meins.
Ich wünsche Ihnen, dass Ihnen besonders in dieser Zeit immer wieder Engel begegnen, dass Sie ab und an selbst Engel sein können und dass Sie sich von der Botschaft des Weihnachtsengels bezaubern lassen können. Er rief seine Botschaft den Hirten auf dem Felde zu und ruft sie auch uns jedes Jahr aufs Neue zu:
Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr.
Ein gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Begleitung im neuen Jahr wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Sarah Zeppin.
Die beiden letzten Adventsandachten in Steinsdorf am Freitag (18.12.) und Herschdorf am Sonntag (20.12.) finden statt. Das gemütliche Beisammensein am Ende der Veranstaltungen wird jedoch entfallen.
Cookie-Zustimmung verwalten
Wir verwenden Cookies, um unsere Website und unseren Service zu optimieren.
Funktional
Immer aktiv
Der Zugriff oder die technische Speicherung ist unbedingt für den rechtmäßigen Zweck erforderlich, um die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Abonnenten oder Nutzer ausdrücklich angefordert wurde, oder für den alleinigen Zweck der Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Voreinstellungen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Nutzer beantragt wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Aufforderung, die freiwillige Zustimmung Ihres Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht zu Ihrer Identifizierung verwendet werden.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.