Monatsspruch für Februar

Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute,
das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.

5. Mose 26, 11

„Hallo, Mama!“ Mein achtjähriger Sohn stellt schnell den Ranzen in die Ecke und kommt mit offenen Armen auf mich zu. „Hallo, mein Schatz. Ich freu mich, dass du da bist.“ sage ich. „Wie war der erste Tag nach den Ferien?“ Die Frage kann ich mir nicht verkneifen. „Gut“, sagt er. „Ich habe mich die ganze Busfahrt darauf gefreut, dich wiederzusehen.“ Seine Arme umschlingen mich fest und seine wilden Haare kitzeln mich an der Wange. „Genießen und festhalten“, denke ich während ich vor mich hin lächle. Und dann ist er auch schon wieder vorbei, dieser Marmeladenglasmoment.

Kennen Sie auch solche Marmeladenglasmomente?

Situationen und Momente, die so schön, süß und wertvoll sind, dass man sie in ein Glas stecken und einkochen möchte, damit sie für immer genau so bleiben. Damit sie nicht verloren gehen und man jederzeit eins öffnen kann. Dann kann man den Moment wieder riechen. Man steckt den Löffel ins Glas und da ist er wieder, in all seiner Süße und Einzigartigkeit. Sofort gibt der Moment Kraft und macht das Herz wieder leicht.

In meinen Erinnerungen ist das Regal mit solchen Gläsern gut gefüllt. Was für ein Schatz. Und den brauche ich auch. Die dunklen Tage nach Weihnachten, die oft so trüb sind und der Frühling noch nicht so recht loslegen will, die schlagen mir oft aufs Gemüt.

Morgens will es einfach nicht hell werden, die Waldwege sind matschig, die Bäume grau, genauso wie die Scheiben der Autos. Die Lichter sind schon längst aus den Fenstern verschwunden. Ich bin irgendwie antriebslos und ein bisschen mutlos. So geht das nicht, denke ich. Und dann suche ich etwas, was meine Energie zurück bringt, mich fröhlich auf den Tag schauen lässt.

Ganz bewusst gehe ich dann in meinem Marmeladenglasregal stöbern. Ich nehme den großen Löffel mit, denn gerade brauche ich das. Ich öffne Gläser voller Lachen und Umarmungen, voller schöner Strandtage und guter Musik. Da sind gute Worte, die mir zugesprochen wurden, Konflikte, die bereinigt werden konnten, Gebete für mich und andere.

Manchmal nehme ich mir auch eine kleine Hilfe dazu. Ich blättere durch die Bilder auf meinem Handy, stöbere durch Karten, die ich bekommen habe, schlage die Bibel auf, lese vertraute, gute Worte. Ich merke schnell, wie sich etwas in mir verändert. Der Mut und die Lebensfreude erwachen, strecken sich, wieder bereit zu tragen. Und vor allem wieder bereit, ganz bewusst hinzuschauen, zu sehen, was uns im Leben geschenkt ist, bereit neue Marmeladenglasmomente zu sammeln.

Offene Herzen und viele volle Gläser wünscht

Ihre Pfarrerin Sarah Zeppin.

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