Arthur erklärt das Sakrament der Taufe

Hallo liebe Menschenkinder,

heute geht es mal wieder um eine spannende Frage und zwar, wie Menschen zu Christen werden. Das habe ich mich schon länger gefragt und heute passt es mal, dass Opa Ameise Zeit hat, mit mir darüber zu sprechen.

Wir zwei suchen uns also ein schattiges Plätzchen und fangen an, zu plaudern. „Hallo Opa. Dass Menschen, die an Gott glauben, Christen genannt werden und dass das etwas mit Jesus zu tun hat, das weiß ich ja schon. Trotzdem frage ich mich, wie sie aber tatsächlich Christen werden oder ob sie das schon immer sind?“ „Hallo mein kleiner Arthur. Von Geburt an ist man nicht Christ, aber man kann es offiziell durch einen Ritus, der sich Taufe nennt, werden. Diese Taufe ist neben dem Abendmahl eines von zwei Sakramenten der evangelischen Kirche, die beide auch von Jesus Christus selbst gelebt wurden.

Er wurde von Johannes, der später den Beinamen „der Täufer“ erhielt, als Erwachsener im Fluss Jordan in Israel getauft.

Das Wort „Taufe“ selbst stammt aus der altgriechischen Sprache und bedeutet soviel wie „ein- oder untertauchen“. Der Taufakt findet meistens in einem Gottesdienst für die Gemeinde statt, da der getaufte Mensch ja in diese aufgenommen wird.

Eine Taufe kann aber auch als Familiengottesdienst stattfinden oder sogar mit einer kirchlichen Trauung verbunden werden. Dann nennt man es Traufe.

Für manche Menschen ist die Taufe nach dem Ritus in der Kirche vorbei, andere machen im Anschluss ein großes Fest mit Familie und Freunden und feiern diesen Tag. Manche erinnern sich jedes Jahr an ihren Tauftag, indem sie zum Beispiel ihre Taufkerze anzünden.

Derjenige, der getauft wird, wird Täufling genannt, egal wie alt er oder sie ist. Eine wichtige Rolle bei der Taufe spielt das Element Wasser. Eine Taufe kann man allerdings nicht mit einem Bad oder einer Dusche vergleichen. Es wird lediglich ein bisschen Wasser über den Kopf des Täuflings gegeben und dazu werden die Worte: „Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ gesprochen.

Die Nennung des eigenen Namens symbolisiert, dass Gott den Menschen persönlich und beim Namen kennt. In jeder christlichen Kirche gibt es ein Taufbecken, über dem der Täufling getauft wird und in welches das Wasser anschließend läuft. Das Taufwasser wäscht symbolisch alle Sünden und alles Alte ab.

Symbole für die Taufe gibt es viele. So bekommt der Täufling meist eine Taufkerze, die mit verschiedenen Bildern gestaltet sein kann. Oftmals sieht man dann das Wasser oder die Taube. Jeder Mensch, der getauft wird, erhält eine Taufurkunde als offizielles Dokument und er wird ins Kirchenbuch der Gemeinde eingetragen. Er gehört jetzt offiziell dazu. In der Taufurkunde stehen Datum und Ort der Taufe, der Taufspruch und die Paten.“

„Paten was ist denn das für ein komisches Wort, Opa?“ „Das Wort leitet sich vom lateinischen Wort für „Vater“ ab. Paten sind sozusagen Menschen, die Zeugen für die Taufe sind. Sie bezeugen gemeinsam mit den Eltern, dass sie das getaufte Kind im christlichen Sinne erziehen. Pate kann jeder Christ nach der Konfirmation oder Firmung werden. Ein Mensch kann auch mehrere Patenkinder haben.

Früher war die Bedeutung eines Paten noch viel wichtiger. Wenn den Eltern des Kindes etwas zugestoßen ist, haben sie es zu sich genommen und darum gekümmert, bis es erwachsen war. Die Taufpaten erhalten eine Patenurkunde. Die Gemeinde wird daran erinnert, ihr neues Mitglied mit Gebet und Hilfe zu begleiten.

Der Taufspruch muss aus der Bibel stammen und begleitet die Menschen. Er spricht dem Täufling Schutz, Begleitung und Gottes Segen für den Lebensweg zu und kann zum Beispiel heißen: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ oder „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sich dich behüten mögen auf allen deinen Wegen.“

Den mag ich persönlich besonders gern. Da habe ich sofort ein schönes Bild vor Augen. Babys, die getauft werden, tragen oftmals ein Taufkleid in der Farbe weiß, die für die Reinheit steht. Es bedeutet außerdem, dass der Täufling durch die Taufe von Sünde befreit ist und ein neues Leben mit Gott begonnen hat. Darüber hinaus gilt es als Zeichen dafür, dass der Mensch Christus als Gewand angelegt hat und in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen wird.

Zu einer Taufe gibt es meistens auch spezielle Lieder, wie „Ins Wasser fällt ein Stein.“ oder „Großer Gott wir loben dich.“ Spontan kann man eine Taufe allerdings in den meisten Fällen nicht erhalten, sondern sie muss angemeldet werden. Die Anmeldung erfolgt im zuständigen Pfarrbüro und man benötigt die Geburtsurkunde des Kindes, die Personalausweise der Eltern sowie die Patennachweise.

Es gibt allerdings die sogenannte Nottaufe. Sie kann erfolgen, wenn ein Kind kurz vorm Sterben ist, die Eltern aber unbedingt möchten, dass es zu Gott gehört. In der Taufe vertrauen Eltern ihre Freude über das neue Leben, aber auch ihre Ängste Gott an. Sie vertrauen darauf, dass er jeden Menschen mit seinen Stärken und Schwächen annimmt.

Die Taufe ist eine Antwort darauf. Bei kleinen Kindern sprechen die Eltern und Paten das „Ja“ zu Gott im Namen des Täuflings und bestätigen dies durch das Glaubensbekenntnis. Die Taufe gibt es nur einmal im Leben, sie verfällt nicht, auch wenn man aus der Kirche austritt. In manchen Konfessionen werden z.B. nur erwachsene Menschen getauft oder es gibt die Ganzkörpertaufe, aber davon kann ich dir gerne ein anderes Mal erzählen, mein kleiner Arthur.“

„Also ist die Taufe eigentlich etwas total Cooles, oder Opa!? Die Menschen können sich auf Gott als Beschützer verlassen und darauf, dass sie niemals allein sind. Irgendwie kann ich mir das für mich auch vorstellen, so eine Taufe. Ich werde Mama und Papa mal fragen, was sie davon halten.“

Ich wünsche euch Allen eine schöne Zeit und wir lesen uns im Herbst wieder.

Euer Arthur Ameise

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