Arthur und der Tag der Laternen – der Martinstag

Ein besonderer Tag ist auch immer der 11. November. Viele Kinder, aber auch Eltern sind mit Laternen unterwegs. Da wird es ganz schön hell in unserem Ameisenhaufen und man muss als kleine Ameise aufpassen, dass einen keiner aus Versehen zertritt. Schon von Weitem hört man viele Kinder lachen, erzählen oder auch Lieder singen und der Posaunenchor ist aktiv. Sie singen dann zum Beispiel „Laterne, Laterne“ oder „Sankt Martin“.

Apropos Sankt Martin. Vor ein paar Jahren habe ich mich gefragt, wer dieser Martin denn überhaupt ist, vom dem da gesungen wird. Also habe ich mich heimlich in die Kirche geschlichen und beim Gottesdienst zugehört und – geschaut.

Der Pfarrer hat alle noch einmal begrüßt. Mein Onkel Fritz sagt, dass er „noch einmal“ sagt, weil die Kinder und ihre Eltern sich nicht erst in der Stadtkirche treffen, sondern schon am Friedhof von Leutenberg an der katholischen Kapelle. Dort spielt der Posaunenchor schon ein Lied und dann wandern alle mit ihren Laternen los in Richtung Marktplatz. Dort wird dann noch einmal gesungen und dann erst geht es hinauf auf den Berg zur Kirche. Onkel Fritz muss es ja wissen, er hat das schließlich schon einmal genau beobachtet.

In der Kirche wird dann die Geschichte vom heiligen Martin nacherzählt oder auch von Kindern gespielt. Das ist in jedem Jahr anders. Die Geschichte jedenfalls ist schon sehr alt, nämlich über 1600 Jahre. Martin war ein Soldat in Frankreich. An einem kalten Winterabend war er mit seinem Pferd vor der Stadt unterwegs. Dort traf er auf einen armen Bettler, der sehr gefroren hat, weil es draußen bitterkalt war. Martin zögerte nicht lange und teilte mit dem Schwert seinen Mantel und gab die Hälfte an den Bettler ab. Dieser freute sich sehr. In der Nacht träumte Martin von Jesus, der ihm sagte, dass er der arme Mann war, den er mit dem Mantelteil vorm Erfrieren bewahrt hat. Die gute Tat sprach sich herum und die Menschen wollten, dass Martin nicht mehr Soldat ist, sondern Bischof wird. Er selbst wollte dies aber nicht unbedingt und versteckte sich im Gänsestall. Die Gänse aber schnatterten so laut und verrieten ihn damit. Also wurde Martin doch Bischof. Ja, jetzt wisst ihr es, warum der 11. November als Erinnerung an diesen Mann gefeiert wurde, nämlich weil er so nett und hilfsbereit war, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Nach der Geschichte wird meistens noch ein Gebet gesprochen und man hört vielleicht noch ein oder zwei Lieder. Am Schluss gibt es für alle Menschen noch ein Martinshörnchen. Die Idee ist, dass man sich das Hörnchen mit Jemanden teilt, so wie Martin den Mantel geteilt hat. Manchmal fallen ein paar Krümel auch auf den Boden. Die sind dann für mich und meine Familie. Die sind lecker, sage ich euch. Meine Geschwister und ich freuen uns schon das ganze Jahr darauf. Und unsere Eltern haben uns gelernt, dass auch wir Ameisen uns die leckeren Hörnchenkrümel untereinander teilen.

Auf dem Bild seht ihr mich mit meiner Laterne – natürlich in grün meiner Lieblingsfarbe und mit den typischen Symbolen des Martinstages. Wichtig ist, dass so eine Laterne ganz viel Licht bringt und die Welt ein kleines bisschen heller macht – so, wie auch die gegenseitige Hilfe und das Teilen die Menschen- und die Ameisenwelt schöner machen.

Ich schicke Euch helle Grüße in dieser herbstlichen Zeit.

Euer Arthur

Arthur Ameise

Arthur erklärt Erntedank

Hallo liebe Menschenkinder, heute möchte ich Euch etwas zum Thema „Erntedankfest“ erzählen. Dazu habe ich Euch eine Geschichte von meinem Opa Ameise mitgebracht, aber dazu komme ich gleich. Das Erntedankfest feiert Ihr Menschen im beginnenden Herbst. Ihr wollt dann offiziell „Danke“ sagen, nicht nur für Sachen, die man im tatsächlichen Sinne von einem Feld erntet, sondern auch für alles Andere, was Ihr von Gott bekommt. Meine Eltern haben mir gelernt, dass „Danke“ eines der wichtigsten Wörter überhaupt ist, auch bei uns Ameisen. Manchmal ärgere ich meine Familie ein bisschen, wenn ich zu Hause im Ameisenhaufen Merci, Thank you oder Gratias sage. „Danke“ in den verschiedenen Sprachen habe ich nämlich schon in der Schule gelernt.

Letzte Woche erst hat mir Opa Ameise eine Geschichte von einer berühmten Ameise erzählt. Diese Erzählung fand ich sehr schön und ich glaube sie ging so: „Eine Ameise war einmal auf dem Weizenfeld unterwegs, als sie dort ein übriggebliebenes Weizenkorn entdeckte. Dieses erwartete den Regen, um in die rettende Erde zurückzukehren. Die Ameise lud es auf und trug es mit großer Mühe in Richtung des heimischen Ameisenhaufens. Plötzlich begann das Korn zu sprechen und sprach: „ Warum lässt du mich nicht liegen?“ Die Ameise war erstaunt und antwortete: „Dann werden die Bewohner unseres Ameisenhaufens aber keine Vorräte für diesen Winter haben und wir müssen hungern. Wir sind viele Familienmitglieder in unserem Zuhause und jede Ameise muss soviel in die Vorratskammer bringen, wie sie nur findet.“

Bild: Heidi Richter

Darauf sagte das Korn: „Ich bin aber nicht gemacht, um gegessen zu werden. Ich bin ein Samen und Gottes Idee für mich ist, dass aus mir eine neue Pflanze wächst. Liebe Ameise, lass uns doch einen Vertrag miteinander machen.“ Die Ameise lauschte und fragte: „Was für ein Vertrag soll das denn sein?“ Das Weizenkorn sagte: „Wenn du mich hier auf dem Feld lässt, wirst du in einem Jahr hunderte Körner meiner Art von mir bekommen. Du kannst mir vertrauen.“ Die Ameise war etwas verwundert, aber sie dachte: Mehr als hundert Körner im Tausch gegen eins, das wäre super und ein Wunder. Und sie fragte das Weizenkorn: „Aber wie willst du das schaffen?“ Das Korn entgegnete: „Es ist ein Geheimnis, das Geheimnis des Lebens und Wachsens. Du kannst mir sogar dabei helfen. Hebe ein Loch aus und lege mich hinein. In einem Jahr kannst du zurückkehren.“

Ein Jahr später hatte das Weizenkorn sein Versprechen tatsächlich gehalten. Die Ameise rief laut „Danke“ Richtung Himmel und sie hatte damit wohl sowohl Gott als auch das Weizenkorn aus dem letzten Jahr gemeint.“

Ist das nicht eine tolle Geschichte vom Danke sagen, vom zufrieden sein, aber auch vom Geduld haben. Darum geht es Euch Menschen, aber uns Ameisen ja. Bekanntlich sind wir kleinen Ameisen ja sehr fleißige Tierchen. Wir können das vierzigfache unseres Körpergewichts schleppen, aber ohne Gottes Hilfe können auch wir nicht überleben. Ich habe in der Kirche letztes Jahr zum Erntedankfest ein sehr schönes Lied gehört: Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen liegt nur in Gottes Hand. Im Herbst danken die Menschen Gott für Alles – für das Leben, für Essen und Trinken, die Ernte, die Zufriedenheit. Sie lernen manchmal vielleicht auch den Umgang mit der Schöpfung und der Natur neu kennen. Als Zeichen für die Dankbarkeit werden die Kirchen schön geschmückt, z.B. mit Erntekronen, Blumen, Brot, Trauben, Kürbissen, Kartoffel, Mehl, Nudeln und vielem mehr. Das sieht immer sehr schick aus und bringt eine tolle Atmosphäre in die Kirche, finde ich. Die Menschen wissen, dass es ohne Gottes Hilfe nicht geht. Ich finde ja, dass das auch öfters mal ein Anlass ist, Danke zu sagen und nicht nur zum Erntedankfest.

Das war es heute schon wieder von mir. Ich hoffe, auch Euch hat Opas Geschichte gefallen.

Bis bald
Euer Arthur Ameise

Familienkirche

Am 18. September 17 Uhr laden wir alle Kinder und Familien zu einer Familienandacht in die Leutenberger Kirche mit anschließenden Kirchenpicknick ein. Dort könnt ihr unseren Arthur Ameise kennenlernen, einen Segen für das neue Schuljahr mitnehmen und euch auf weitere kleine Überraschungen freuen.

Wir hoffen, dass der gemeinsame Nachmittag vielen Kindern Lust auf unsere Christenlehre macht.

Eindrücke von der Familienkirche

Arthur erklärt Trinitatis

Hallo, ich bin es wieder – Euer Arthur Ameise. Ihr fragt Euch sicherlich, was ich Euch heute zu erzählen habe. Das hat mich meine kleine Schwester Anna, die meine Geschichten immer sehr mag, auch gefragt. Denn viele Menschen und auch Ameisen denken ja, dass wir uns gerade in einer eher langweiligen Zeit im Kirchenjahr befinden. Das ist aber nicht ganz richtig, denn jetzt, wo das Osterfest vorbei ist und auch die Kirche zu Pfingsten schon ihren Geburtstag  gefeiert hat, kommt eine lange Zeit, in der es um Gott geht. Und ich finde das hat er auch verdient. Die Kirche ist dann grün, in der Farbe der Hoffnung, geschmückt. Die Zeit, in der wir jetzt im Jahr sind, ist die Trinitatiszeit. Das habe ich mal gehört, als ich im Tulpenstrauß auf dem Altar saß und dem Gottesdienst gelauscht habe. 

Aber was heißt denn Trinitatis?  Mal wieder so ein schwieriges Wort… Es heißt Dreifaltigkeit. Dabei geht es darum, wie christliche Menschen sich Gott vorstellen. Christen glauben an einen einzigen Gott, der sich unsere Erde mit Euch Menschen und uns Ameisen und Vielem mehr ausgedacht hat. Aber warum heißt es dann DREI-faltigkeit? Mit Falten hat das gar nix zu tun, auch wenn Gott wahrscheinlich schon sehr, sehr alt ist und bestimmt auch ein paar hat. Es geht eher um das Wort „Vielfalt“ – also verschiedene Formen, in denen man sich Gott vorstellen kann. „Aber wieso denn jetzt drei“, fragt mich Anna, „obwohl es doch nur einen Gott gibt?“ Na ja die Menschen sagen ja häufig: „Alle guten Dinge sind drei“, antworte ich ihr dann erst einmal. 

Christliche Menschen glauben, dass Gott drei Formen hat, die alle irgendwie zusammen gehören, aber nicht ganz genau das Selbe sind. Man kann es sich vielleicht ein bisschen so vorstellen: Ich bin manchmal Kind Arthur, natürlich immer ganz lieb, manchmal Freund Arthur und manchmal Bruder Arthur, wo wir uns natürlich auch manchmal streiten. Und ihr seid ja sicherlich auch nicht immer gleich drauf oder? Im Kindergarten oder in der Schule benehmt ihr euch doch sicher auch anders als zu Hause. Oder ich habe noch eine Idee, euch das zu erklären: Wasser gibt es manchmal flüssig, manchmal gefroren als Eis und manchmal als Dampf – es ist dabei immer ein bisschen verschieden, aber es bleibt Wasser. Bei Gott denken es sich die Menschen so: Als Erstes ist Gott ein Vater und damit ein Schöpfer, der sich alles auf dieser Erde ausgedacht hat. Der war vielleicht kreativ und hatte Ideen. Dann ist Gott aber auch Sohn. Jesus hat auf der Erde den Menschen Alles verkündet, was Gott wollte und Gutes für sie möchte. Er war aber eben nur eine bestimmte Zeit bei den Menschen. Das was am schwierigsten zu verstehen ist, finden Anna und ich, ist die Sache mit dem Heiligen Geist. Er zeigt das Handeln Gottes auf der Erde, er gibt Trost und hilft, Entscheidungen zu treffen. Ich finde, das ist ein schöner Gedanke, für uns Ameisen und hoffentlich auch für viele Menschen, dass Gott immer da ist – in welcher Form auch immer. 

Die Gottesdienste in der Kirche beginnen mit den Worten „ … im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ oder Kinder und Erwachsene werden mit diesen Worten getauft. Wenn Ihr das mal wieder hört, dann wisst Ihr jetzt auch, was das bedeuten kann und soll. Ach ja, was ich noch vergessen habe, zu sagen: Das eigentliche Fest Trinitatis wird am ersten Sonntag nach Pfingsten, also im Mai oder Juni jedes Jahr gefeiert und danach kommen ganz viele Sonntage nach Trinitatis, aber dazu kann ich Euch beim nächsten Mal etwas mehr erzählen.

Viele Grüße schickt Euch – Euer Arthur Ameise

Arthur erklärt uns die Passionszeit und das Osterfest

Seite heut Morgen liegt neben unserem Ameisenhaufen im Blumenbeet ein großes rotes Ding. So hat es mein Bruder Anton jedenfalls unserer Mutter beim Mittagessen erzählt. Ich habe dann mal fix nach draußen gelunzt und gesehen, dass es ein Ei ist und da es bunt ist, ist es wahrscheinlich ein Osterei. Das ist für die Menschen ein wichtiges Symbol für das Osterfest. Es erinnert sie an die Auferstehung von Jesus Christus.

Aber was bedeutet nun wieder Auferstehung? Dazu müssen wir ein paar Wochen zurück denken. So habe ich das zumindest im letzten Gottesdienst erfahren, als ich mich einmal im Osterglockenstrauß auf dem Altar versteckt hatte. Die Pfarrerin hat erzählt, dass am Aschermittwoch für die Christen die Fastenzeit, die auch Passionszeit genannt wird, beginnt. An 40 Tagen verzichten die Menschen auf Etwas, wie z.B. Fleisch, Schokolade, das Handy oder das Auto. Außerdem sind diese Tage eine stille Zeit, da an das Leiden von Jesus Christus erinnert wird.

Ganz besonders ist die Woche vor dem Osterfest. Sie heißt Karwoche als Erinnerung an die letzten Lebenstage Jesu. Am Palmsonntag denken die Menschen daran, dass Jesus damals vor fast 2000 Jahren auf einem Esel in Jerusalem eingeritten ist. Am Gründonnerstag essen die Menschen oft etwas Grünes. Sie erinnern sich an das letzte Abendmahl, dass Jesus mit seinen Aposteln gefeiert hat. Er wusste an diesem Abend schon, dass er bald sterben muss und hat mit seinen engsten Freunden Brot und Wein geteilt. Das machen die Menschen auch manchmal im Gottesdienst. Leider konnte ich mir da noch nichts stibitzen.

Jedenfalls war ein Freund von Jesus, Judas hieß er, gar kein richtiger Freund. Er hat Jesus an die römischen Soldaten verraten, sodass er verhaftet wurde. Gleich am nächsten Tag, den die Menschen heute Karfreitag nennen, wurde er ans Kreuz genagelt und musste sterben. Als ich die Geschichte im Gottesdienst gehört habe, musste ich richtig weinen. Zum Glück hat das keiner gesehen. Und jetzt weiß ich auch, was das auf dem Altar in der Kirche bedeutet. Das ist Jesus am Kreuz. Am Karsamstag wurde Jesus in ein Grab gelegt. An den zwei Tagen gibt es in der Kirche keinen Schmuck und auch die Glocken werden nicht geläutet. Da sieht es schon ganz schön traurig aus.

Aber dann am Sonntag – Ostersonntag – wird alles wieder schön und lebendig. Jesus hat den Tod nämlich besiegt. Die Frauen, die sein Grab besuchen wollten, fanden ihn nicht. Stattdessen sagte ihnen ein Engel, dass Jesus auferstanden ist. Die Menschen hoffen auf einen guten Neubeginn. In der Kirche gibt es dann auch wieder Blumen, die Glocken läuten wieder. Nur die Dekoration mit Jesus am Kreuz, die bleibt.

Aber was hat das jetzt alles mit dem Ei zu tun? Das hat mich meine Familie dann am Esstisch gefragt und das wirst du dich sicher auch gerade fragen. Das Ei steht als Zeichen für die Auferstehung, für das neue Leben und den Neuanfang. Äußerlich sieht ein Ei ja fast aus wie ein lebloser Stein, aber im Inneren wächst das Küken heran und es schlüpft dann aus der festen Schale. Das Osterfest ist für christliche Menschen das wichtigste Fest im ganzen Jahr, weil Jesus eben den Tod überwunden hat und das ist ein Anlass sich zu freuen und Hoffnung zu haben. Seit meine Eltern die Geschichte kennen, wollen wir jetzt auch immer auf etwas verzichten, vielleicht auf Marmelade und an Ostern können wir uns dann umso mehr darauf freuen.

Das wars für heute von mir. Es grüßt Euch ganz lieb

Euer Arthur Ameise

Arthur stellt sich vor

Halli hallo. Mein Name ist Arthur Ameise. Ich bin eine Ameise, wie ihr euch anhand meines Namens sicherlich denken könnt. Ich wohne mit meiner Familie in einem großen Ameisenhaufen, wie alle anderen Ameisen auch.

Aber unser zu Hause ist etwas Besonderes, denn unser Ameisenhaufen befindet sich in einem Blumenbeet mit wunderschönen Rosen. Und dieses Blumenbeet ist unterhalb der Stadtkirche in Leutenberg. Manchmal krabble ich auch in die Kirche, denn ich bin eine neugierige kleine Ameise. Deshalb habe ich schon so Einiges gesehen und kenne mich aus, was so alles in der Kirche passiert. Wenn Ihr Lust habt, nehme ich Euch mit und erkläre Euch die Kirche, die Feste und so Einiges mehr.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen meiner Texte und würde mich freuen, wenn Ihr dabei auch etwas lernen könnt. Liebe Grüße und bis bald.

Euer Arthur Ameise